
Kegelübungen richtig machen: Schritt für Schritt den richtigen Muskel finden
Kegelübungen wirken nur, wenn du den richtigen Muskel anspannst. So findest du ihn, so gehen lange und kurze Anspannungen, und so sieht ein einfacher Tagesplan aus.
Bei einer Kegelübung spannst du die Beckenbodenmuskulatur bewusst an und lässt sie wieder los. Einfach heißt nicht leicht: Viele spannen bei den ersten Versuchen Bauch, Po oder Oberschenkel an und erreichen den Beckenboden gar nicht. Dieser Ratgeber zeigt dir zuerst, wie du den Muskel findest, dann die richtige Technik und einen Plan für den Einstieg.
Wo liegt die Beckenbodenmuskulatur?
Der Beckenboden ist eine Muskelgruppe, die wie eine Hängematte den Boden des Beckens bildet. Er stützt Blase, Darm und bei Frauen die Gebärmutter, hilft Urin und Wind zu halten, unterstützt die Sexualfunktion und stabilisiert den Rumpf. Da man diese Muskeln nicht sieht, musst du sie über das Gefühl finden.
Schritt 1: Den Muskel finden
- Wind zurückhalten: Stell dir vor, du hältst einen Wind zurück, indem du den After nach innen und oben ziehst. Dieses Anheben ist der hintere Teil deines Beckenbodens.
- Urinstrahl stoppen: Stell dir vor, du unterbrichst den Urinstrahl. Du kannst das einmal auf der Toilette ausprobieren, um den Muskel zu erkennen; als Gewohnheit kann es die vollständige Blasenentleerung stören.
- Für Frauen: Richtig angespannt spürst du ein leichtes Anheben und Zusammenziehen am Scheideneingang.
- Für Männer: Richtig angespannt hebt sich die Peniswurzel leicht und die Hoden steigen etwas an.
Bauch, Po und Innenschenkel bleiben dabei locker. Leg eine Hand auf den Bauch und prüfe, dass er nicht hart wird.
Schritt 2: In einer bequemen Position beginnen
Am einfachsten ist die Rückenlage mit angewinkelten Knien und flachen Füßen, weil die Schwerkraft den Beckenboden entlastet. Wenn du den Muskel sicher findest, übe im Sitzen und später im Stehen. Mit leerer Blase sind die Übungen angenehmer.
Schritt 3: Zwei Arten der Anspannung lernen
Lange Anspannungen (Ausdauer)
Spanne beim Ausatmen an, halte einige Sekunden und lass dann ganz los. Wenn du 3–5 Sekunden halten kannst, beginne dort und steigere dich auf 10 Sekunden. Ruhe danach mindestens genauso lange.
Kurze Anspannungen (schnelle Reaktion)
Spanne schnell an und lass sofort los, etwa eine Anspannung pro Sekunde. Das hilft dem Muskel, beim Husten, Niesen oder Heben schnell einzuspringen.
Schritt 4: Einen Tagesplan aufbauen
Der NHS empfiehlt als Ziel dreimal täglich 10 lange und 10 kurze Anspannungen. Am Anfang schaffst du das vielleicht noch nicht; beginne mit dem, was geht, und steigere dich über die Wochen. Am wichtigsten ist die Regelmäßigkeit: Wenn du die Übung an eine tägliche Gewohnheit wie das Zähneputzen koppelst, vergisst du sie seltener.
- Morgens: ein Satz im Bett liegend
- Mittags: ein Satz im Sitzen
- Abends: ein Satz im Stehen oder vor dem Schlafen
Wann merkst du einen Unterschied?
Die Beckenbodenmuskulatur wird wie jeder Muskel mit der Zeit stärker. Quellen zufolge kann es einige Wochen bis einige Monate dauern, bis du eine Veränderung spürst. Studien zeigen, dass regelmäßiges Beckenbodentraining bei Frauen Beschwerden durch Harnverlust und die Lebensqualität verbessert; deshalb empfehlen viele Leitlinien es als ersten Schritt.
Wann zu Fachleuten?
Wenn du den Muskel nicht findest, bei der Übung Schmerzen hast oder die Beschwerden nach einigen Monaten regelmäßigen Übens bleiben, sprich mit einer Physiotherapeutin, einem Physiotherapeuten oder deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. Sie können deine Anspannung prüfen und ein passendes Programm empfehlen.
So unterstützt PelviQ diese Routine
Die zwei schwierigsten Punkte bei Kegelübungen sind, den Muskel wirklich zu spüren und wochenlang dranzubleiben. Genau darauf konzentriert sich PelviQ:
- EMS, das den Muskel spürbar macht: Die Elektroden-Pads von PelviQ regen die Beckenbodenmuskulatur mit sanften elektrischen Signalen an. Wer weiß, wie sich eine Anspannung anfühlt, macht die eigenen Kegelübungen leichter richtig.
- Zusätzliche Unterstützung durch Pads mit Motor: Die 2 Pads mit Motor im Set ergänzen EMS um Vibration und ein elektromagnetisches Feld.
- Angeleitete Kegel-Videos: Die 21 angeleiteten Übungen in der PelviQ App zählen Halte- und Pausenzeiten mit dir, du musst nicht selbst mitzählen.
- Plan und Erinnerungen: Gerätesitzungen, Kegel- und Atemübungen stehen in einem Tagesplan. Jeder erledigte Schritt landet im Verlauf, so siehst du deine Regelmäßigkeit.
Mehr zum Beckenboden findest du im Bereich Lernen.
Quellen
- NHS inform — Women’s pelvic floor muscles
- NIDDK — Kegel Exercises
- Cochrane (Dumoulin et al., 2018) — Pelvic floor muscle training for urinary incontinence in women
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Wende dich bei Schmerzen, Blutungen, Fieber oder anhaltenden Beschwerden an medizinisches Fachpersonal.
